1. Januar 2018: mit Rückenwind von der Dahme nach Beeskow

Silvester der lauten Großstadt entfliehen? Das geht leichter als gedacht. Nach nur kurzer Suche findet sich eine preiswerte Ferienwohnung in Köthen. Nein, nicht das in Sachsen-Anhalt, sondern in einem Ortsteil von Märkisch Buchholz südlich von Berlin. Am 30.12. geht’s los, per Bahn nach Oderin, von dort durch den Wald nach Köthen.

Am trüben aber milden Silvestertag machen wir eine kleine Runde mit dem Rad nach Lübben. Zwischen Krausnick und Lubolz ist ein schöner Radweg entstanden. Zurück geht es klassisch auf dem Spreeradweg über Straupitz. Abends feiern Groß Wasserburg und die umliegenden Dörfer auf dem Wehlaberg. Ein großes Lagerfeuer ist unter dem Aussichtsturm angezündet, es gibt Suppe und Glühwein.  Feuerwerk und Böller, was wir angenehm finden, verboten. Doch um Mitternacht gehen alle auf den Turm: man sieht ganz viel. Die kleinen Feuerwerke in den nahen Dörfern, das etwas größere in Lübben, noch mehr in Lübbenau und Cottbus und am nördlichen Horizont strahlt das 50 km entfernte Berlin.

Neujahrsmorgen: prächtige Sonne, zweistellige Plusgrade und ein kräftiger AmUmflutkanalWestwind. Das lockt zur ersten richtigen Radtour des Jahres. Entlang feuchter Wiesen am Spree-Dahme Umflutkanal nach Osten. Dann an der Spree über Alt Schadow nach Kossenblatt und geradewegs nach Beeskow. Hier gibt es in der kleinen Stadt sogar ein Kino, zu dem auch ein am Neujahrstag geöffnetes Café gehört. Gelegenheit zum Aufwärmen und Stärken, bevor es dann per Bahn wieder nach Berlin zurückgeht.

Endlich: Unser Buch über den Ostseeküsten-Radweg ist da.

Im Mai erschien im okrVerlag grünes herz unser Buch über den Ostsee-Küsten-Radweg in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist für 9.95 Euro im Buchhandel erhältlich. Dafür gibt es immerhin 178 Seiten mit vielen Informationen über eine der (unserer Meinung) landschaftlich aufregendsten Radrouten im Lande.

Wenn Sie es in Ihrem Buchladen nicht finden, gilt wie üblich  melden Sie sich bitte bei uns!

Kai-Uwe Thiessenhusen, Axel von Blomberg: Ostseeküsten-Radweg, grünes herz, 2017, ISBN 978-3-86636-142-3

Vom Bauhaus zu Luther

3. Juli 2016

GPS-Track von dieser Tour

Sowohl Dessau als auch Lutherstadt Wittenberg lassen sich von Berlin aus per Bahn gut und günstig erreichen: das Berlin-Brandenburg-Ticket gilt bis dorthin.

Das eigentliche Bauhaus haben wir schon früher öfter besichtigt, es war heute nicht unser Ziel. Dafür gab es zu Anfang einen Straßenbahnausflug: erst zur Kreuzbergstraße, die Strecke hatte ihren vorletzten Betriebstag, anschließend nach Dessau-Törten, wo eine Bauhaussiedlung von Walter Gropius Teil der dortigen UNESCO-Welterbeanlage ist.

Die Radtour starten wir am Bahnhof und weiter durch den romantischen Park Georgium. Dessau ist neben Berlin die einzige deutsche Stadt, die gleich zwei UNESCO-Welterbestätten hat, neben dem Bauhaus ist es das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Sehr schön gehen die Parkanlagen in die Auenlandschaft am Fluss über.

ElbeRadwegWörlitz
Auf dem Elbe-Radweg bei Wörlitz

Auf dem gut ausgebauten Elbe-Radweg geht es vorbei am alten imposanten Kraftwerk Vockerode nach Wörlitz und zum dortigen Park.

Von Wörlitz nach Wittenberg hat man die Wahl zwischen mehreren Wegen: der Elbe-Radweg führt in zwei Varianten nördlich und südlich des Flusses dorthin, noch weiter im Süden könnte man auch auf dem Europaradweg R1 fahren. Wir entscheiden uns für die nördliche Variante. Ein Anlass dafür ist die traditionelle Gierfähre bei Coswig, die an einem Seil hängend, nur von der Strömung des Flusses angetrieben lautlos über das Wasser gleitet.

FähreCoswig
Elbfähre bei Coswig. Die Gierfähre hängt an der Kette und wird von der Strömung angetrieben.

Vor Griebo gibt es eine kleine gemütliche Einkehrmöglichkeit für Radfahrer, danach gehts teils über kurvenreiche Wege, teils auf einem Radweg an der Bundesstraße nach Lutherstadt Wittenberg.

Hier bleibt noch Zeit für die Altstadtbesichtigung. Das Schloss allerdings ist Baustelle, in Vorbereitung auf das Lutherjahr 2017. Schön sind die kleinen Wassergräben in der sanierten Altstadt.

LuWi
Markt in Lutherstadt Wittenberg

Podiumsdiskussion „Zukunft des Radverkehrs“ in der Niederländischen Botschaft

Am 16. Juni 2016 gab es in der Niederländischen Botschaft eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Radverkehrs in Berlin. Dabei diskutierten die verkehrspolitischen Sprecher von vier der fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien: Ole Kreins (SPD), Stefan Gelbhaar (Grüne), Harald Wolf (Linke) und Andreas Baum (Piraten).

Die Gastgeberin, Botschafterin Monique van Daalen, begrüßte die Anwesenden mit einem kurzen Vortrag. Ihre (lesenswerten) Positionen zum Fahrradverkehr waren einige Wochen zuvor im Tagesspiegel abgedruckt.  Ihr Landsmann, der Verkehrsplaner Martijn Sargentini hielt einen Einführungsvortrag.

In der Diskussion erklärten die Vertreter alle vier Parteien ihre Bereitschaft zur Förderung des Radverkehrs in Berlin. Kein Wunder angesichts des Publikums und der bevorstehenden Abgeordnetenhauswahlen.

 

Chorin, Oderberg und über den Barnim

11. Juni 2016

GPS-Track von dieser Tour

Wunderschön ist die eiszeitliche Hügellandschaft nordöstlich von Berlin zwischen Chorin und der Oder.

ChorinKloster
Klosterkirche Chorin

Nur eine Dreiviertelstunde dauert es mit der Bahn von Berlin nach Chorin. Vom Bahnhof geht’s zum Kloster und weiter über Straßen durch den Wald. Straßen? Kopfsteinpflaster. Die wunderschönen Laubwälder zwischen Chorin, Brodowin und Oderberg ist voll von ihnen. Auf der neuesten ADFC-Regionalkarte Berlin und Umgebung sind sie sogar als „unbefahrbar“ gekennzeichnet. Unbefahrbar? Naja, gut sind sie nicht, aber es gibt schlimmeres. So groß sind die Steine nicht, und nebenan ist oft ein befahrbarer Sandstreifen.

OderbergStraße
Wirklich unbefahrbar?

Dafür entschädigt die Landschaft: Buchen, Hügel, Seen. Am anderen Ende geht es hinunter nach Oderberg. Tief hat sich das Tal der Alten Oder zwischen die Hügel eingeschnitten.

Oderberg ist ein winziges, verschlafenes Städtchen. Auf der zentralen Straße der Stadt gibt es eine kleine gute, Eisdiele. Ein altes Schiff liegt am Kanal, Teil des Binnenschiffahrtsmuseum. Die Eisenbahn im Ort ist seit 20 Jahren dicht. Unweit des Haltepunkts weit östlich der Stadt liegt auf einem Hügel der jüdische Friedhof, hier sind die Steine wieder mühsam aufgestellt und instandgesetzt worden.

JüdischerFriedhof
Jüdischer Friedhof Oderberg… …ermordet 1943 in Auschwitz

Ein Stück auf der Tour Brandenburg nach Westen. Schiffshebewerk Niederfinow. Großer Touristenrummel, dahinter die Baustelle des neuen Hebewerks. Dann wieder aus den Oderauen hinauf auf die Hochfläche des Barnim.

Ruhige Straßen führen mehr oder weniger geradlinig immer mehr auf Berlin zu. In Heckelberg Stärkung in einer kleinen Gartenkneipe. Immer näher kommt die Zivilisation und in Hohenschönhausen habe ich Lust, quer durch die Stadt nach Steglitz weiterzufahren.

Kai

 

Durch die Prignitz auf der Tour Brandenburg

1. Mai 2016

Die Tour Brandenburg wirbt mit einer kuriosen Länge von 1111 Kilometern und damit, der längste Radfernweg innerhalb Deutschlands zu sein. Sie führt meist naturnah durch viele unterschiedliche Landschaftsformen und Regionen, die Prignitz im Nordwesten des Landes ist eine von ihnen.

Den Abschnitt von Wittenberge nach Lenzen teilt sie sich mit dem Elbe-Radweg, einem der bekanntesten deutschen Fernradwege. Dennoch: immer wieder ein wunderbares Naturerlebnis. Man hat auf vielen Abschnitten die Wahl zwischen einer Fahrt auf der unbefestigten Deichkrone mit wunderbaren Ausblicken und dem asphaltierten Wirtschaftsweg daneben. Weite Landschaft, manchmal Hügel bis ans Wasser, Idylle, so weit das Auge reicht.

Irgendwann Lenzen, eine winzige Kleinstadt. Zu DDR-Zeiten gefährlich nahe an der Westgrenze gelegen und auch heute wirkt sie eher abseits der Entwicklung. Viele schöne alte Fachwerkhäuser in der Innenstadt scheinen keinen zu haben, der sich um sie kümmert. Immerhin sammeln sich auf der Burg mittlerweile die Touristen…

Die Tour Brandenburg trennt sich hier vom Elbe-Radweg und führt nach Nordosten, zunächst sehr naturnah (was auch für die Beläge gilt) entlang einer eiszeitlichen Rinne, Rudower See (schöne Badestellen) und Rambower Moor liegen links im Tal. Während auf dem Elbe-Radweg viel unterwegs ist, hat man hier die Landschaft fas völlig für sich.

Wir verzichten darauf, am Ende des Rudower Sees links hinunter zu einer Gaststätte fahren (der kleine Umweg war uns lästig). Das war ein Fehler, denn in den folgenden Dörfern gibt es weit und breit nichts. Einsam geht es auf ruhigen Straßen durchs Land.

Erst in Perleberg empfängt uns wieder eine schöne alte Stadt mit entsprechender Infrastruktur.

Axel und Kai

Gästebuch

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Eintauchen in die Uckermark

9.April 2016

Wenn man mal so richtig Abstand vom Trubel Berlins haben will, setzt man sich in den Zug und fährt in die Uckermark. Hier ist es leer und ruhig. Der Himmel ist weit und man hört aus der Ferne die Kraniche tröten und das Mühlrad plätschern.

Der Mühlteich der Wassermühle Gollmitz

Anlass war wieder einmal eine BVA-Karte, für die es etwas zu überprüfen galt. Die neue Uckermarkkarte erscheint im Frühjahr 2016. Sie komplettiert die Serie der wasserfesten ADFC-BVA-Regionalkarten.

Eine familenfreundliche Runde bietet sich von Prenzlau über Gollmitz, Kröchlendorff zum Bhf Seehausen an. Dort gibt es auch Gastronomie.

Die Schokoladenansicht von Prenzlau