Auf dem Buckautalbahn-Radweg

28. März 2016

An Ostern gabe es wieder blauen Himmel und lockte das Wetter zu einer Radtour. Ziel: der Fläming. Den neuen Radweg an der B 107 testen. Normalerweise sind wir ja kein Freund von straßenbgleitenden Radwegen. Der Radweg verläuft aber oft mit großem Abstand, weil er auf der alten Buckautalbahn führt. Besonderen Spaß macht das an Tagen mit Südwind, wie der Ostermontag einer war. Es geht leicht abwärts von Wiesenburg nach Ziesar und dann rollt es fast von alleine.

Bahnradweg Buckautal

Ziesar ist ein Städtchen in dem der Spruch passt „Hier ist die Zeit stehen geblieben.“ Oft wird der Spruch ja falsch verwendet wo sich die Touristen drängeln und ein ungeheurer Kitsch verkauft wird. In Ziesar ist das anders, egal ob in der alten Bischofsburg oder am alten Kloster. Man ist oft für sich allein.

Blick von der Burg Ziesar

Nördlich von Ziesar heißt es vorerst: aus der Traum mit Radwegen. Wir sind dann auf einer Straße und Feldwegen zum Bf Wusterwitz gefahren.

Durch den Fläming

6. Februar 2016 

GPS-Track dieser Tour

Schon Anfang Februar lockt das Wetter zu einer Radtour. Ziel: der Fläming. Den Anlass bot die geplante Neuauflage der in Zusammenarbeit mit dem  ADFC bearbeiteten Karte „Potsdam-Havelland“ der Bielefelder Verlagsanstalt,  wofür einiges zu überprüfen war.

Mit der Bahn von Berlin nach  Bad Belzig. Dort startet ein 1994 von ABM-Kräften gebauter befestigter Weg durch Wald und Wiesen nach Weitzgrund. Nun ist er etwas holprig geworden, aber es geht noch und landschaftlich sehr schön.

Weitzgrund
Einfahrt nach Weitzgrund

Hinter Weitzgrund erinnert eine Gedenkstätte an den Mittelpunkt der DDR. Kuriosum: 1974 machte ihn die Fernsehsendung  Außenseiter-Spitzenreiter bekannt, Zeitungen berichteten kurz darüber, doch dann verschwand er wieder in der Versenkung: ein Sperrgebiet war zu nah.

Der winzige Ort Verlorenwasser liegt einsam mittem im Wald.  Hier ist seit mehreren hundert Jahren die Gaststätte „Hirschtränke“ im Familienbesitz. Ein Besuch (Mi Ruhetag) lohnt sich, gutes und preiswertes Essen.

Nördlich von Klein Briesen steht ein Aussichtsturm mitten im Wald. Das ist wörtlich zu nehmen, denn zu drei Seiten sind die Bäume nun höher als er. Aber Richtung Norden, in die Niederung der Plane, gibt es noch einen weiten Blick.

Plane
An der Plane zwischen Lucksfleiß und Meßdunk

Über winzige Orte namens Lucksfleiß und Meßdunk geht es nach Norden. In Meßdunk steht eine kleine, neuromanische Kirche, ein Kulturverein kümmert sich um sie.

Über Reckahn führt die schöne Tour weiter nach Brandenburg an der Havel, von dort fahren viele Züge wieder nach erlin.

Vehlgast, ein Denkmaldorf am Ende der Welt. Entlang an Elbe und Havel.

27. Dezember 2015 

Ende Dezember, fast 15 Grad und ordentlicher Westwind. Das wird am Ende für 75 Kilometer Radtour reichen. Startpunkt Bad Wilsnack, zunächst bei Seitenwind nach Süden. Bis Legde gibt es eine asphaltierten Wirtschaftsweg westlich der Straße, dann geht’s auf ruhiger Straße nach Quitzöbel.

DunQuitz
Binnendüne Quitzöbel

Sehenswert sind die dortigen Binnendünen, auch wenn sie nicht ganz Sahara-Niveau erreichen. Ein Stück weiter sichern zwei Wehrgruppen die Havel und den Kanal zur Elbe vor Hochwasser. Elbe-Radweg und Havel-Radweg führen darüber. Die südliche, die Wehrgruppe Neuwerben, ist bis Sommer 2016 wegen Bauarbeiten gesperrt. Wir testen, ob man dort wirklich nicht rüberkommt: nein, kommt man nicht.

Radfahrern ist deswegen dringend geraten, die ausgeschilderte Umfahrung auf der Straße über Nitzow östlich der Havel zu benutzen. Es geht derzeit nicht anders…

Havelberg kennen wir schon, diesmal wird nur kurz durchgefahren. Sehr schön ist die Weinbergstraße zwischen Havel und Dom mit kleinen alten Häuschen. Hinter Woplitz kommen wir in die Einsamkeit.. Weite Wiesen, viele Vögel, klare stille Luft an den Deichen der Havel.

VehlgastOrt
Dorfstraße in Vehlgast

Und dann Vehlgast.. unbeschreiblich. Ein Dorf am Ende einer Sackgasse am Fluss. Still, einsam, viele alte Häuser. Die Hälfte davon sind denkmalgeschützt. Eine unberührte, gottverlassene Idylle.

Für Radler ist es nicht ganz eine Sackgasse: am Deich kommt man weiter nach Osten. Erstmal entlang der Havel…

Vehlgast
Vehlgast

Vorbei an einem kleinen Vorwerk namens Wendisch Kirchhof, dann trennt sich die Havel von uns, und weiter geht’s entlang von Kanälen. Immer noch einsam, aber nicht mehr so idyllisch wie an der Havel.

Und trotz optimaler Temperaturen und guten Wind setzt der Winter doch noch ein Zeichen: die Tage sind nun mal kurz.  Die Sonne kommt vor Sieversdorf zu ihrem Untergang zum Vorschein, und in der Dämmerung erreichen wir Neustadt (Dosse).