Vom RE1 zum RE 3 – Glatte Wege an der Elbe

Mittelelbe, Biederitz – Lutherstadt Wittenberg, Track

19. Juni 2019

Im Sommer 2019 kommt man per Bahn gut von Berlin in den kleinen Ort Biederitz, auf der Ostseite der Elbe kurz vor Magdeburg. Wegen Bauarbeiten halten die Züge des RE 1 derzeit dort.

Ein kurzer Weg ist es von dort bis Heyrothsberge, rechts führt eine eindrucksvolle alte Brücke über die Flussauen, Rest der alten Trasse der Bahn Berlin – Magdeburg. Heyrothsberge ist Heimat des wohl berühmtesten DDR-Straßenradrennfahrer Täve Schur. Dort beginnt ein wenig bekannter, glatter Asphaltweg nach Süden auf dem Deich der Ehle, einem Seitenarm der Elbe. Scheinbar endlos kann man durch die flache Landschaft gleiten, bis uns kurz vor Plötzky die Zivilisation wieder hat.

Beeindruckend ist die Wehranlage in Pretzin. Von dort folgen wir bis Dornburg dem landschaftlich schönen, aber etwas holprigen ufernahen Weg. Dornburg lohnt sich! Zum einen kann man gut und günstig einkehren. Zum anderen gibt es einen schönes, wenn auch etwas sanierungsbedürftiges barockes Schloss.

Nun geht es weiter auf dem Elberadweg. Der Weg wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert und verfügt nun über einen traumhaft glatten Belag. Eine herrliche Fahrt durch die Elbauen! Bei Barby könnte man über die Brücke der alten Kanonenbahn auf die andere Seite in die Stadt wechseln, wir aber bleiben links.

Durch abwechslungsreiche Landschaft kommen wir über Walternienburg und Steckby nach Rodleben. Hier müssen wir ein Werksgelände umfahren. In Roßlau finden wir Reste alter Industriekultur mit der ehemaligen Werft. Von hier käme man gut nach Berlin zurück, aber wir haben Lust, weiterzufahren.

Wenig Spaß macht es zunächst, auf die Elbbrücke zu gelangen mit Radweg auf der linken Seite der Bundesstraße. Um so schöner ist es jenseits des Flusses: erst glatter Asphalt in den Elbbauen, dann treffen wir auf den Elberadweg. Der ist schmal und gut genutzt, aber eine wunderschöne Parklandschaft zieht sich bis nach Wörlitz und darüberhinaus.

Der Wörlitzer Park ist ein Kapitel für sich. Schön ist auch, wie er sanft in eine Wald- und Wiesenlandschaft übergeht, der wir bis kurz vor Wittenberg folgen.

Vom RE 5 zum RE 3 Bahndammradeln kann so schön sein…

#

Himmelfahrt 2019.

Bahntrassenradweg bei Woldegk

Track

Ausgangspunkt ist Blankensee (Meckl). Nie gehört? Man kommt alle zwei Stunden per Bahn von Berlin direkt dorthin, mit dem Stralsunder Ast des RE 5. Herrliche ruhige Gegend, kleine Hügel mit weiter Sicht und kleine Seen. Hier beginnt ein Bahntrassenradweg auf der 1945 abgebauten Strecke nach Strasburg. Erstmal geht es wunderbar glatt los, autofreie Asphaltstrecke nach Warbende. Dann bis einem ehemaligen Bahnhof mit dem schönen Namen Quadenschönfeld (heute mit Gaststätte) ist der Bahndamm eine ruhige Nebenstraße. Anschließend ist die Trasse ein Waldweg, der wunderschön durch die Natur nach Bredenfelde führt. Ein Stück hinter Bredenfelde verliert sich’s. Der Radweg wird im Zickzack mal hierhin, mal dorthin geschickt, die Bahntrasse liegt einfach so da. Man könnte langwandern (Trasse ist frei) aber nicht Fahrrad fahren. Egal. Hinrichshagen hat noch die Reste einer alten Wasserburg. Vor Woldegk hat die Bahntrasse uns wieder. Nördlich von Woldegk liegt der höchste Berg von Mecklenburg-Vorpommern, der Helpter Berg. (179 Meter). Wegen der (relativen) Höhe gilt Woldegk als Stadt der Windmühlen. Auf dem Mühlenberg im Norden der Stadt stehen mehrere davon. eine beherbergt ein kleines Mühlenmuseum, eine andere ein gutes Café.

Windmühle Woldegk

Östlich von Woldegk ist der Bahndamm mit alten Verbundsteinen versehen und fährt sich etwas holprig. Bei Groß Daberkow ist Schluss mit der Bahntrasse, wir umfahren Strasburg auf der Eiszeitroute nördlich. Im Dorf Klein Luckow erinnert eine Tafel am Geburtshaus an den berühmtesten Sohn des Ortes, Max Schmeling.

In Jatznick könnte man wieder in den Zug RE 3 nach Berlin einsteigen. Wir fahren aber weiter durch ausgedehnte Wälder zur Uecker und auf flachen Strecken mit gutem Belag nach Ueckermünde und enden am Strand am Stettiner Haff. Von dort muss man allerdings nach Berlin umsteigen.