Vom Bauhaus zu Luther

3. Juli 2016

GPS-Track von dieser Tour

Sowohl Dessau als auch Lutherstadt Wittenberg lassen sich von Berlin aus per Bahn gut und günstig erreichen: das Berlin-Brandenburg-Ticket gilt bis dorthin.

Das eigentliche Bauhaus haben wir schon früher öfter besichtigt, es war heute nicht unser Ziel. Dafür gab es zu Anfang einen Straßenbahnausflug: erst zur Kreuzbergstraße, die Strecke hatte ihren vorletzten Betriebstag, anschließend nach Dessau-Törten, wo eine Bauhaussiedlung von Walter Gropius Teil der dortigen UNESCO-Welterbeanlage ist.

Die Radtour starten wir am Bahnhof und weiter durch den romantischen Park Georgium. Dessau ist neben Berlin die einzige deutsche Stadt, die gleich zwei UNESCO-Welterbestätten hat, neben dem Bauhaus ist es das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Sehr schön gehen die Parkanlagen in die Auenlandschaft am Fluss über.

ElbeRadwegWörlitz
Auf dem Elbe-Radweg bei Wörlitz

Auf dem gut ausgebauten Elbe-Radweg geht es vorbei am alten imposanten Kraftwerk Vockerode nach Wörlitz und zum dortigen Park.

Von Wörlitz nach Wittenberg hat man die Wahl zwischen mehreren Wegen: der Elbe-Radweg führt in zwei Varianten nördlich und südlich des Flusses dorthin, noch weiter im Süden könnte man auch auf dem Europaradweg R1 fahren. Wir entscheiden uns für die nördliche Variante. Ein Anlass dafür ist die traditionelle Gierfähre bei Coswig, die an einem Seil hängend, nur von der Strömung des Flusses angetrieben lautlos über das Wasser gleitet.

FähreCoswig
Elbfähre bei Coswig. Die Gierfähre hängt an der Kette und wird von der Strömung angetrieben.

Vor Griebo gibt es eine kleine gemütliche Einkehrmöglichkeit für Radfahrer, danach gehts teils über kurvenreiche Wege, teils auf einem Radweg an der Bundesstraße nach Lutherstadt Wittenberg.

Hier bleibt noch Zeit für die Altstadtbesichtigung. Das Schloss allerdings ist Baustelle, in Vorbereitung auf das Lutherjahr 2017. Schön sind die kleinen Wassergräben in der sanierten Altstadt.

LuWi
Markt in Lutherstadt Wittenberg

Chorin, Oderberg und über den Barnim

11. Juni 2016

GPS-Track von dieser Tour

Wunderschön ist die eiszeitliche Hügellandschaft nordöstlich von Berlin zwischen Chorin und der Oder.

ChorinKloster
Klosterkirche Chorin

Nur eine Dreiviertelstunde dauert es mit der Bahn von Berlin nach Chorin. Vom Bahnhof geht’s zum Kloster und weiter über Straßen durch den Wald. Straßen? Kopfsteinpflaster. Die wunderschönen Laubwälder zwischen Chorin, Brodowin und Oderberg ist voll von ihnen. Auf der neuesten ADFC-Regionalkarte Berlin und Umgebung sind sie sogar als „unbefahrbar“ gekennzeichnet. Unbefahrbar? Naja, gut sind sie nicht, aber es gibt schlimmeres. So groß sind die Steine nicht, und nebenan ist oft ein befahrbarer Sandstreifen.

OderbergStraße
Wirklich unbefahrbar?

Dafür entschädigt die Landschaft: Buchen, Hügel, Seen. Am anderen Ende geht es hinunter nach Oderberg. Tief hat sich das Tal der Alten Oder zwischen die Hügel eingeschnitten.

Oderberg ist ein winziges, verschlafenes Städtchen. Auf der zentralen Straße der Stadt gibt es eine kleine gute, Eisdiele. Ein altes Schiff liegt am Kanal, Teil des Binnenschiffahrtsmuseum. Die Eisenbahn im Ort ist seit 20 Jahren dicht. Unweit des Haltepunkts weit östlich der Stadt liegt auf einem Hügel der jüdische Friedhof, hier sind die Steine wieder mühsam aufgestellt und instandgesetzt worden.

JüdischerFriedhof
Jüdischer Friedhof Oderberg… …ermordet 1943 in Auschwitz

Ein Stück auf der Tour Brandenburg nach Westen. Schiffshebewerk Niederfinow. Großer Touristenrummel, dahinter die Baustelle des neuen Hebewerks. Dann wieder aus den Oderauen hinauf auf die Hochfläche des Barnim.

Ruhige Straßen führen mehr oder weniger geradlinig immer mehr auf Berlin zu. In Heckelberg Stärkung in einer kleinen Gartenkneipe. Immer näher kommt die Zivilisation und in Hohenschönhausen habe ich Lust, quer durch die Stadt nach Steglitz weiterzufahren.

Kai

 

Durch die Prignitz auf der Tour Brandenburg

1. Mai 2016

Die Tour Brandenburg wirbt mit einer kuriosen Länge von 1111 Kilometern und damit, der längste Radfernweg innerhalb Deutschlands zu sein. Sie führt meist naturnah durch viele unterschiedliche Landschaftsformen und Regionen, die Prignitz im Nordwesten des Landes ist eine von ihnen.

Den Abschnitt von Wittenberge nach Lenzen teilt sie sich mit dem Elbe-Radweg, einem der bekanntesten deutschen Fernradwege. Dennoch: immer wieder ein wunderbares Naturerlebnis. Man hat auf vielen Abschnitten die Wahl zwischen einer Fahrt auf der unbefestigten Deichkrone mit wunderbaren Ausblicken und dem asphaltierten Wirtschaftsweg daneben. Weite Landschaft, manchmal Hügel bis ans Wasser, Idylle, so weit das Auge reicht.

Irgendwann Lenzen, eine winzige Kleinstadt. Zu DDR-Zeiten gefährlich nahe an der Westgrenze gelegen und auch heute wirkt sie eher abseits der Entwicklung. Viele schöne alte Fachwerkhäuser in der Innenstadt scheinen keinen zu haben, der sich um sie kümmert. Immerhin sammeln sich auf der Burg mittlerweile die Touristen…

Die Tour Brandenburg trennt sich hier vom Elbe-Radweg und führt nach Nordosten, zunächst sehr naturnah (was auch für die Beläge gilt) entlang einer eiszeitlichen Rinne, Rudower See (schöne Badestellen) und Rambower Moor liegen links im Tal. Während auf dem Elbe-Radweg viel unterwegs ist, hat man hier die Landschaft fas völlig für sich.

Wir verzichten darauf, am Ende des Rudower Sees links hinunter zu einer Gaststätte fahren (der kleine Umweg war uns lästig). Das war ein Fehler, denn in den folgenden Dörfern gibt es weit und breit nichts. Einsam geht es auf ruhigen Straßen durchs Land.

Erst in Perleberg empfängt uns wieder eine schöne alte Stadt mit entsprechender Infrastruktur.

Axel und Kai

Eintauchen in die Uckermark

9.April 2016

Wenn man mal so richtig Abstand vom Trubel Berlins haben will, setzt man sich in den Zug und fährt in die Uckermark. Hier ist es leer und ruhig. Der Himmel ist weit und man hört aus der Ferne die Kraniche tröten und das Mühlrad plätschern.

Der Mühlteich der Wassermühle Gollmitz

Anlass war wieder einmal eine BVA-Karte, für die es etwas zu überprüfen galt. Die neue Uckermarkkarte erscheint im Frühjahr 2016. Sie komplettiert die Serie der wasserfesten ADFC-BVA-Regionalkarten.

Eine familenfreundliche Runde bietet sich von Prenzlau über Gollmitz, Kröchlendorff zum Bhf Seehausen an. Dort gibt es auch Gastronomie.

Die Schokoladenansicht von Prenzlau

Auf dem Buckautalbahn-Radweg

28. März 2016

An Ostern gabe es wieder blauen Himmel und lockte das Wetter zu einer Radtour. Ziel: der Fläming. Den neuen Radweg an der B 107 testen. Normalerweise sind wir ja kein Freund von straßenbgleitenden Radwegen. Der Radweg verläuft aber oft mit großem Abstand, weil er auf der alten Buckautalbahn führt. Besonderen Spaß macht das an Tagen mit Südwind, wie der Ostermontag einer war. Es geht leicht abwärts von Wiesenburg nach Ziesar und dann rollt es fast von alleine.

Radweg auf der Trasse der Buckautalbahn

Ziesar ist ein Städtchen in dem der Spruch passt „Hier ist die Zeit stehen geblieben.“ Oft wird der Spruch ja falsch verwendet wo sich die Touristen drängeln und ein ungeheurer Kitsch verkauft wird. In Ziesar ist das anders, egal ob in der alten Bischofsburg oder am alten Kloster. Man ist oft für sich allein.

Der Blick vom Turm der alten Bichofssitz über Ziesar

Nördlich von Ziesar heißt es vorerst: aus der Traum mit Radwegen. Wir sind dann auf einer Straße und Feldwegen zum Bf Wusterwitz gefahren.

Durch den Fläming

6. Februar 2016 

GPS-Track dieser Tour

Schon Anfang Februar lockt das Wetter zu einer Radtour. Ziel: der Fläming. Den Anlass bot die geplante Neuauflage der in Zusammenarbeit mit dem  ADFC bearbeiteten Karte „Potsdam-Havelland“ der Bielefelder Verlagsanstalt,  wofür einiges zu überprüfen war.

Mit der Bahn von Berlin nach  Bad Belzig. Dort startet ein 1994 von ABM-Kräften gebauter befestigter Weg durch Wald und Wiesen nach Weitzgrund. Nun ist er etwas holprig geworden, aber es geht noch und landschaftlich sehr schön.

Weitzgrund
Einfahrt nach Weitzgrund

Hinter Weitzgrund erinnert eine Gedenkstätte an den Mittelpunkt der DDR. Kuriosum: 1974 machte ihn die Fernsehsendung  Außenseiter-Spitzenreiter bekannt, Zeitungen berichteten kurz darüber, doch dann verschwand er wieder in der Versenkung: ein Sperrgebiet war zu nah.

Der winzige Ort Verlorenwasser liegt einsam mittem im Wald.  Hier ist seit mehreren hundert Jahren die Gaststätte „Hirschtränke“ im Familienbesitz. Ein Besuch (Mi Ruhetag) lohnt sich, gutes und preiswertes Essen.

Nördlich von Klein Briesen steht ein Aussichtsturm mitten im Wald. Das ist wörtlich zu nehmen, denn zu drei Seiten sind die Bäume nun höher als er. Aber Richtung Norden, in die Niederung der Plane, gibt es noch einen weiten Blick.

Plane
An der Plane zwischen Lucksfleiß und Meßdunk

Über winzige Orte namens Lucksfleiß und Meßdunk geht es nach Norden. In Meßdunk steht eine kleine, neuromanische Kirche, ein Kulturverein kümmert sich um sie.

Über Reckahn führt die schöne Tour weiter nach Brandenburg an der Havel, von dort fahren viele Züge wieder nach erlin.

Vehlgast, ein Denkmaldorf am Ende der Welt. Entlang an Elbe und Havel.

27. Dezember 2015 

Ende Dezember, fast 15 Grad und ordentlicher Westwind. Das wird am Ende für 75 Kilometer Radtour reichen. Startpunkt Bad Wilsnack, zunächst bei Seitenwind nach Süden. Bis Legde gibt es eine asphaltierten Wirtschaftsweg westlich der Straße, dann geht’s auf ruhiger Straße nach Quitzöbel.

DunQuitz
Binnendüne Quitzöbel

Sehenswert sind die dortigen Binnendünen, auch wenn sie nicht ganz Sahara-Niveau erreichen. Ein Stück weiter sichern zwei Wehrgruppen die Havel und den Kanal zur Elbe vor Hochwasser. Elbe-Radweg und Havel-Radweg führen darüber. Die südliche, die Wehrgruppe Neuwerben, ist bis Sommer 2016 wegen Bauarbeiten gesperrt. Wir testen, ob man dort wirklich nicht rüberkommt: nein, kommt man nicht.

Radfahrern ist deswegen dringend geraten, die ausgeschilderte Umfahrung auf der Straße über Nitzow östlich der Havel zu benutzen. Es geht derzeit nicht anders…

Havelberg kennen wir schon, diesmal wird nur kurz durchgefahren. Sehr schön ist die Weinbergstraße zwischen Havel und Dom mit kleinen alten Häuschen. Hinter Woplitz kommen wir in die Einsamkeit.. Weite Wiesen, viele Vögel, klare stille Luft an den Deichen der Havel.

VehlgastOrt
Dorfstraße in Vehlgast

Und dann Vehlgast.. unbeschreiblich. Ein Dorf am Ende einer Sackgasse am Fluss. Still, einsam, viele alte Häuser. Die Hälfte davon sind denkmalgeschützt. Eine unberührte, gottverlassene Idylle.

Für Radler ist es nicht ganz eine Sackgasse: am Deich kommt man weiter nach Osten. Erstmal entlang der Havel…

Vehlgast
Vehlgast

Vorbei an einem kleinen Vorwerk namens Wendisch Kirchhof, dann trennt sich die Havel von uns, und weiter geht’s entlang von Kanälen. Immer noch einsam, aber nicht mehr so idyllisch wie an der Havel.

Und trotz optimaler Temperaturen und guten Wind setzt der Winter doch noch ein Zeichen: die Tage sind nun mal kurz.  Die Sonne kommt vor Sieversdorf zu ihrem Untergang zum Vorschein, und in der Dämmerung erreichen wir Neustadt (Dosse).