35 km glatter Bahndammradweg in Polen

Schwedt – Chojna – Moryn – Neutrebbin Track

In Polen tut sich etwas: direkt hinter der deutschen Grenze ist im letzten Jahr ein wunderbarer Bahntrassenradweg entstanden.

Wir starten in Schwedt an der Oder und fahren über die Grenze. Die ersten Kilometer bis Chojna verlaufen auf der Hauptstraße. Nicht sehr schön, aber es geht schnell und am Sonntag morgen hält der Verkehr sich in Grenzen.

Eine Anregung wäre vermutlich, den Weg in einer Zweitagestour mit einem nördlich gelegenen Radweg zu kombinieren; wir haben hier aber nur eine Tagestour gemacht.

Chojna, auf deutsch Königsberg in der Neumark, ist eine alte kleine Stadt. Im Krieg stark zerstört, aber Kirche, Teile der Stadtbefestigung und einige weitere alten Gebäude sind erhalten.

Wir fahren noch ein Stück nach Osten, und biegen etwa drei Kilometer hinter der Stadt nach rechts ab. Und dann wird es richtig schön! Eine traumhafte Allee mit alten Bäumen führt uns durch einsame Dörfer wie Czartoria und Brwice, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Südlich von Brwice treffen wir in der Einsamkeit auf die Moderne. Ein nagelneuer glatter Radweg, perfekt ausgeschildert, Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Einkaufs- und Bademöglichkeiten in der Umgebung.

Bahntrassenradweg kreuzt kleine Straße, das ist doch super gemacht

Östlicher Ausgangspunkt ist Trczinsko Zdroj, Bad Schönfließ. Wir folgen ihm in die andere Richtung, 30 km nach Westen bis zur Oder. Es fährt sich traumhaft. Auch in Godkow (Jädickendorf), wo eine andere Bahnstrecke und eine Hauptstraße gekreuzt werden, gibt es eine separate und problemlose Führung durch den Ort.

super gesicherter Poller, das würde ich mir in Berlin wünschen

Moryn ist ein winziges Städtchen etwas abseits der Bahnstrecke. Hier gibt es einen schönen See zum Baden und eine nette Altstadt, wo wir in einem kleinen Café einkehren. Danach folgen wir den Bahndamm wieder bis zur Oder.

1945 wurde die Bahnstrecke durch die Oder-Neiße-Grenze unterbrochen, blieb aber für militärische Zwecke in Betrieb. Sogar die im Krieg zerstörte Oderbrücke wurde Anfang der 1950er Jahre wieder aufgebaut und steht heute unter Denkmalschutz, mehr dazu in Wikipedia.

noch ist die Brücke über die Oder gesperrt

Wäre das schön, wenn man dort ‚rüber käme! Am anderen Ufer würde sich der Bahndammradweg bis nach Wriezen fortsetzen. Doch man muss noch ein paar Jahre warten, bis das gehen wird. So haben wir die Wahl zwischen rechts (über Hohenwutzen nach Bad Freienwalde) und links. Wir entscheiden uns für letzteres. In Gozdowice (Güstebiese) fährt stündlich eine Fähre über die Oder; von dort rollen wir schnell 12 Kilometer weiter bis zum Bahnhof in Neutrebbin.

Vom RE1 zum RE 3 – Glatte Wege an der Elbe

Mittelelbe, Biederitz – Lutherstadt Wittenberg, Track

19. Juni 2019

Im Sommer 2019 kommt man per Bahn gut von Berlin in den kleinen Ort Biederitz, auf der Ostseite der Elbe kurz vor Magdeburg. Wegen Bauarbeiten halten die Züge des RE 1 derzeit dort.

Ein kurzer Weg ist es von dort bis Heyrothsberge, rechts führt eine eindrucksvolle alte Brücke über die Flussauen, Rest der alten Trasse der Bahn Berlin – Magdeburg. Heyrothsberge ist Heimat des wohl berühmtesten DDR-Straßenradrennfahrer Täve Schur. Dort beginnt ein wenig bekannter, glatter Asphaltweg nach Süden auf dem Deich der Ehle, einem Seitenarm der Elbe. Scheinbar endlos kann man durch die flache Landschaft gleiten, bis uns kurz vor Plötzky die Zivilisation wieder hat.

Beeindruckend ist die Wehranlage in Pretzin. Von dort folgen wir bis Dornburg dem landschaftlich schönen, aber etwas holprigen ufernahen Weg. Dornburg lohnt sich! Zum einen kann man gut und günstig einkehren. Zum anderen gibt es einen schönes, wenn auch etwas sanierungsbedürftiges barockes Schloss.

Nun geht es weiter auf dem Elberadweg. Der Weg wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert und verfügt nun über einen traumhaft glatten Belag. Eine herrliche Fahrt durch die Elbauen! Bei Barby könnte man über die Brücke der alten Kanonenbahn auf die andere Seite in die Stadt wechseln, wir aber bleiben links.

Durch abwechslungsreiche Landschaft kommen wir über Walternienburg und Steckby nach Rodleben. Hier müssen wir ein Werksgelände umfahren. In Roßlau finden wir Reste alter Industriekultur mit der ehemaligen Werft. Von hier käme man gut nach Berlin zurück, aber wir haben Lust, weiterzufahren.

Wenig Spaß macht es zunächst, auf die Elbbrücke zu gelangen mit Radweg auf der linken Seite der Bundesstraße. Um so schöner ist es jenseits des Flusses: erst glatter Asphalt in den Elbbauen, dann treffen wir auf den Elberadweg. Der ist schmal und gut genutzt, aber eine wunderschöne Parklandschaft zieht sich bis nach Wörlitz und darüberhinaus.

Der Wörlitzer Park ist ein Kapitel für sich. Schön ist auch, wie er sanft in eine Wald- und Wiesenlandschaft übergeht, der wir bis kurz vor Wittenberg folgen.

Vom RE 5 zum RE 3 Bahndammradeln kann so schön sein…

#

Himmelfahrt 2019.

Bahntrassenradweg bei Woldegk

Track

Ausgangspunkt ist Blankensee (Meckl). Nie gehört? Man kommt alle zwei Stunden per Bahn von Berlin direkt dorthin, mit dem Stralsunder Ast des RE 5. Herrliche ruhige Gegend, kleine Hügel mit weiter Sicht und kleine Seen. Hier beginnt ein Bahntrassenradweg auf der 1945 abgebauten Strecke nach Strasburg. Erstmal geht es wunderbar glatt los, autofreie Asphaltstrecke nach Warbende. Dann bis einem ehemaligen Bahnhof mit dem schönen Namen Quadenschönfeld (heute mit Gaststätte) ist der Bahndamm eine ruhige Nebenstraße. Anschließend ist die Trasse ein Waldweg, der wunderschön durch die Natur nach Bredenfelde führt. Ein Stück hinter Bredenfelde verliert sich’s. Der Radweg wird im Zickzack mal hierhin, mal dorthin geschickt, die Bahntrasse liegt einfach so da. Man könnte langwandern (Trasse ist frei) aber nicht Fahrrad fahren. Egal. Hinrichshagen hat noch die Reste einer alten Wasserburg. Vor Woldegk hat die Bahntrasse uns wieder. Nördlich von Woldegk liegt der höchste Berg von Mecklenburg-Vorpommern, der Helpter Berg. (179 Meter). Wegen der (relativen) Höhe gilt Woldegk als Stadt der Windmühlen. Auf dem Mühlenberg im Norden der Stadt stehen mehrere davon. eine beherbergt ein kleines Mühlenmuseum, eine andere ein gutes Café.

Windmühle Woldegk

Östlich von Woldegk ist der Bahndamm mit alten Verbundsteinen versehen und fährt sich etwas holprig. Bei Groß Daberkow ist Schluss mit der Bahntrasse, wir umfahren Strasburg auf der Eiszeitroute nördlich. Im Dorf Klein Luckow erinnert eine Tafel am Geburtshaus an den berühmtesten Sohn des Ortes, Max Schmeling.

In Jatznick könnte man wieder in den Zug RE 3 nach Berlin einsteigen. Wir fahren aber weiter durch ausgedehnte Wälder zur Uecker und auf flachen Strecken mit gutem Belag nach Ueckermünde und enden am Strand am Stettiner Haff. Von dort muss man allerdings nach Berlin umsteigen.

Vom RE 2 zur RB 36 mit Rückenwind von der Dahme nach Beeskow

Silvester der lauten Großstadt entfliehen? Das geht leichter als gedacht. Nach nur kurzer Suche findet sich eine preiswerte Ferienwohnung in Köthen. Nein, nicht das in Sachsen-Anhalt, sondern in einem Ortsteil von Märkisch Buchholz südlich von Berlin. Am 30.12. geht’s los, per Bahn nach Oderin, von dort durch den Wald nach Köthen.

Am trüben aber milden Silvestertag machen wir eine kleine Runde mit dem Rad nach Lübben. Zwischen Krausnick und Lubolz ist ein schöner Radweg entstanden. Zurück geht es klassisch auf dem Spreeradweg über Straupitz. Abends feiern Groß Wasserburg und die umliegenden Dörfer auf dem Wehlaberg. Ein großes Lagerfeuer ist unter dem Aussichtsturm angezündet, es gibt Suppe und Glühwein.  Feuerwerk und Böller, was wir angenehm finden, verboten. Doch um Mitternacht gehen alle auf den Turm: man sieht ganz viel. Die kleinen Feuerwerke in den nahen Dörfern, das etwas größere in Lübben, noch mehr in Lübbenau und Cottbus und am nördlichen Horizont strahlt das 50 km entfernte Berlin.

Neujahrsmorgen: prächtige Sonne, zweistellige Plusgrade und ein kräftiger AmUmflutkanalWestwind. Das lockt zur ersten richtigen Radtour des Jahres. Entlang feuchter Wiesen am Spree-Dahme Umflutkanal nach Osten. Dann an der Spree über Alt Schadow nach Kossenblatt und geradewegs nach Beeskow. Hier gibt es in der kleinen Stadt sogar ein Kino, zu dem auch ein am Neujahrstag geöffnetes Café gehört. Gelegenheit zum Aufwärmen und Stärken, bevor es dann per Bahn wieder nach Berlin zurückgeht.

Vom Bauhaus zu Luther

3. Juli 2016

GPS-Track von dieser Tour

Sowohl Dessau als auch Lutherstadt Wittenberg lassen sich von Berlin aus per Bahn gut und günstig erreichen: das Berlin-Brandenburg-Ticket gilt bis dorthin.

Das eigentliche Bauhaus haben wir schon früher öfter besichtigt, es war heute nicht unser Ziel. Dafür gab es zu Anfang einen Straßenbahnausflug: erst zur Kreuzbergstraße, die Strecke hatte ihren vorletzten Betriebstag, anschließend nach Dessau-Törten, wo eine Bauhaussiedlung von Walter Gropius Teil der dortigen UNESCO-Welterbeanlage ist.

Die Radtour starten wir am Bahnhof und weiter durch den romantischen Park Georgium. Dessau ist neben Berlin die einzige deutsche Stadt, die gleich zwei UNESCO-Welterbestätten hat, neben dem Bauhaus ist es das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Sehr schön gehen die Parkanlagen in die Auenlandschaft am Fluss über.

ElbeRadwegWörlitz
Auf dem Elbe-Radweg bei Wörlitz

Auf dem gut ausgebauten Elbe-Radweg geht es vorbei am alten imposanten Kraftwerk Vockerode nach Wörlitz und zum dortigen Park.

Von Wörlitz nach Wittenberg hat man die Wahl zwischen mehreren Wegen: der Elbe-Radweg führt in zwei Varianten nördlich und südlich des Flusses dorthin, noch weiter im Süden könnte man auch auf dem Europaradweg R1 fahren. Wir entscheiden uns für die nördliche Variante. Ein Anlass dafür ist die traditionelle Gierfähre bei Coswig, die an einem Seil hängend, nur von der Strömung des Flusses angetrieben lautlos über das Wasser gleitet.

FähreCoswig
Elbfähre bei Coswig. Die Gierfähre hängt an der Kette und wird von der Strömung angetrieben.

Vor Griebo gibt es eine kleine gemütliche Einkehrmöglichkeit für Radfahrer, danach gehts teils über kurvenreiche Wege, teils auf einem Radweg an der Bundesstraße nach Lutherstadt Wittenberg.

Hier bleibt noch Zeit für die Altstadtbesichtigung. Das Schloss allerdings ist Baustelle, in Vorbereitung auf das Lutherjahr 2017. Schön sind die kleinen Wassergräben in der sanierten Altstadt.

LuWi
Markt in Lutherstadt Wittenberg

Mit dem RE 3 raus und mit dem Rad nach Berlin retour: Chorin, Oderberg und über den Barnim

11. Juni 2016

GPS-Track von dieser Tour

Wunderschön ist die eiszeitliche Hügellandschaft nordöstlich von Berlin zwischen Chorin und der Oder.

ChorinKloster
Klosterkirche Chorin

Nur eine Dreiviertelstunde dauert es mit der Bahn von Berlin nach Chorin. Vom Bahnhof geht’s zum Kloster und weiter über Straßen durch den Wald. Straßen? Kopfsteinpflaster. Die wunderschönen Laubwälder zwischen Chorin, Brodowin und Oderberg ist voll von ihnen. Auf der neuesten ADFC-Regionalkarte Berlin und Umgebung sind sie sogar als „unbefahrbar“ gekennzeichnet. Unbefahrbar? Naja, gut sind sie nicht, aber es gibt schlimmeres. So groß sind die Steine nicht, und nebenan ist oft ein befahrbarer Sandstreifen.

OderbergStraße
Wirklich unbefahrbar?

Dafür entschädigt die Landschaft: Buchen, Hügel, Seen. Am anderen Ende geht es hinunter nach Oderberg. Tief hat sich das Tal der Alten Oder zwischen die Hügel eingeschnitten.

Oderberg ist ein winziges, verschlafenes Städtchen. Auf der zentralen Straße der Stadt gibt es eine kleine gute, Eisdiele. Ein altes Schiff liegt am Kanal, Teil des Binnenschiffahrtsmuseum. Die Eisenbahn im Ort ist seit 20 Jahren dicht. Unweit des Haltepunkts weit östlich der Stadt liegt auf einem Hügel der jüdische Friedhof, hier sind die Steine wieder mühsam aufgestellt und instandgesetzt worden.

JüdischerFriedhof
Jüdischer Friedhof Oderberg… …ermordet 1943 in Auschwitz

Ein Stück auf der Tour Brandenburg nach Westen. Schiffshebewerk Niederfinow. Großer Touristenrummel, dahinter die Baustelle des neuen Hebewerks. Dann wieder aus den Oderauen hinauf auf die Hochfläche des Barnim.

Ruhige Straßen führen mehr oder weniger geradlinig immer mehr auf Berlin zu. In Heckelberg Stärkung in einer kleinen Gartenkneipe. Immer näher kommt die Zivilisation und in Hohenschönhausen habe ich Lust, quer durch die Stadt nach Steglitz weiterzufahren.

Kai

 

Vom RE 2 zum RE 6 durch die Prignitz auf der Tour Brandenburg

1. Mai 2016

Die Tour Brandenburg wirbt mit einer kuriosen Länge von 1111 Kilometern und damit, der längste Radfernweg innerhalb Deutschlands zu sein. Sie führt meist naturnah durch viele unterschiedliche Landschaftsformen und Regionen, die Prignitz im Nordwesten des Landes ist eine von ihnen.

Den Abschnitt von Wittenberge nach Lenzen teilt sie sich mit dem Elbe-Radweg, einem der bekanntesten deutschen Fernradwege. Dennoch: immer wieder ein wunderbares Naturerlebnis. Man hat auf vielen Abschnitten die Wahl zwischen einer Fahrt auf der unbefestigten Deichkrone mit wunderbaren Ausblicken und dem asphaltierten Wirtschaftsweg daneben. Weite Landschaft, manchmal Hügel bis ans Wasser, Idylle, so weit das Auge reicht.

Irgendwann Lenzen, eine winzige Kleinstadt. Zu DDR-Zeiten gefährlich nahe an der Westgrenze gelegen und auch heute wirkt sie eher abseits der Entwicklung. Viele schöne alte Fachwerkhäuser in der Innenstadt scheinen keinen zu haben, der sich um sie kümmert. Immerhin sammeln sich auf der Burg mittlerweile die Touristen…

Die Tour Brandenburg trennt sich hier vom Elbe-Radweg und führt nach Nordosten, zunächst sehr naturnah (was auch für die Beläge gilt) entlang einer eiszeitlichen Rinne, Rudower See (schöne Badestellen) und Rambower Moor liegen links im Tal. Während auf dem Elbe-Radweg viel unterwegs ist, hat man hier die Landschaft fas völlig für sich.

Praller Prignitz Platz Pur

Wir verzichten darauf, am Ende des Rudower Sees links hinunter zu einer Gaststätte fahren (der kleine Umweg war uns lästig). Das war ein Fehler, denn in den folgenden Dörfern gibt es weit und breit nichts. Einsam geht es auf ruhigen Straßen durchs Land.

Erst in Perleberg empfängt uns wieder eine schöne alte Stadt mit entsprechender Infrastruktur.

Axel und Kai

Eintauchen in die Uckermark

9.April 2016

Wenn man mal so richtig Abstand vom Trubel Berlins haben will, setzt man sich in den Zug und fährt in die Uckermark. Hier ist es leer und ruhig. Der Himmel ist weit und man hört aus der Ferne die Kraniche tröten und das Mühlrad plätschern.

Anlass war wieder einmal eine BVA-Karte, für die es etwas zu überprüfen galt. Die neue Uckermarkkarte erscheint im Frühjahr 2016. Sie komplettiert die Serie der wasserfesten ADFC-BVA-Regionalkarten.

Eine familenfreundliche Runde bietet sich von Prenzlau über Gollmitz, Kröchlendorff zum Bhf Seehausen an. Dort gibt es auch Gastronomie.